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Kreditlexikon

Was ist ein Kredit

Ein Kredit (abgeleitet vom lateinischen credere "glauben" und creditum "das auf Treu und Glauben Anvertraute") ist das Eingehen einer Geldschuld mit zeitlich verzögerter Rückzahlung. Das Guthaben des Kreditwerbers entspricht der Forderung des Kreditgebers. Ein Kredit wird auch als Darlehen bezeichnet. Es ist ein Fremdkapital und verursacht Zinsen, die den Gewinn mindern und die Liquidität des Unternehmens belasten.

Die Höhe des Kredites ist in einer Summe von Zahlungsmitteleinheiten (Geld, Währung) ausgedrückt. Zu einem Kreditvertrag gehören folgende Details:

  • Laufzeit und Rückzahlungsmodalitäten
  • Kreditzinsen, eventuelles Disagio-Kredit und Bearbeitungsgebühren
  • Sicherstellung für den Kreditgeber

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Arten von Krediten
  • 2 Sicherstellung des Kredits
  • 3 Kreditzinsen
  • 4 Investitionskredit
  • 5 Betriebsmittelkredit
  • 7 Vom Kreditantrag bis zur Kreditbewilligung

Arten von Krediten

Man unterscheidet im Wirtschaftsleben unter anderem folgende Kreditarten:

  • nach der Laufzeit
    • kurzfristige (z.B. Lombardkredit)
    • mittelfristige
    • langfristige Kredite
  • nach der Besicherung
    • ungesicherte (Blankokredit)
    • gesicherte Kredite (z.B. Hypothekarkredit, Diskontkredit, Bürgschaftskredit)

Streng genommen ist auch das kurzfristige private Geldborgen ein Kredit, der aber nur mündlich vereinbart ist. Auch der Überziehungsrahmen bei einem Gehaltskonto hat rechtlich eine ähnliche Basis, ist aber eine der teuersten Kreditformen. Rembourskredit ist ein Kredit im Außenhandelsgeschäft.

Sicherstellung des Kredits

Der Kreditnehmer nimmt den Kredit im allgemeinen bei einer Bank, einer Sparkasse oder einem sonstigen Kreditinstitut auf. Letzteres erwartet im Regelfall eine Sicherstellung der aufgenommenen Summe oder eines Großteils davon in einer der folgenden Formen:

  • Hypothek oder Grundschulden auf Grundstücke, Betriebsanlagen oder Bauwerke,
  • Recht auf Pfändung eines Teils des Einkommens oder des durch den Kredit erwarteten Gewinns,
  • Abtretung von Ansprüchen gegen Dritte, wie Erlöse aus Grundstücksverkäufen, Auszahlungen von fälligen Kapitallebensversicherungen und sonstige Forderungen
  • Bei Personalkrediten durch einen Bürgen (in vielen Fällen der Ehepartner) und eine Lebensversicherung auch in Form einer Risikolebensversichung
  • Wechsel auf die Kreditsumme bei kurzfristigen Finanzierungen von Firmen, wie Warenzwischenfinanzierungen
  • oder durch sonstige Vereinbarungen.

Bei größeren Krediten - z.B. für eine Aktiengesellschaft - ist vor der endgültigen Entscheidung des Vorstands auch der Aufsichtsrat oder ein Wirtschaftsprüfer mit der Angelegenheit zu befassen.

Kredit-Zinsen

Bei der laufenden (manchmal auch "endfälligen") Rückzahlung eines Kredits wird für gewöhnlich mehr Geld verlangt, als ursprünglich als Guthaben ausgegeben wurde. Diese Zinsen werden im Regelfall als Jahreszins und in Prozent per anno ("% p.a.") angegeben. Die Veranlassung, eine Finanzierung endfällig aufzunehmen beruht in der Regel auf dem sogenannten "Leverage-Effekt". Dabei wird -zumindest in der Erwartungshaltung- eine höhere Eigenkapital- als Fremdkapitalverzinsung erzielt. Zum (unter steuerlichen Aspekten durchzuführenden) Vergleich kommt jedoch nicht selten der Aspekt des Rendite- (eventuell auch Kapital-) Risikos des Tilgungsträgers hinzu.Es gibt aber auch zinsfreie Darlehen - vor allem für Betriebsgründungen und öffentlich geförderte Bauvorhaben. Im Rahmen verschiedener Förderprogramme der Europäischen Gemeinschaft, des Bundes, der Länder oder Komunen können auch Zinszuschüsse oder Zinsverbilligungen in Anspruch genommen werden.

Der Zinssatz richtet sich vor allem

  • nach der Laufzeit des Kredits (einige Monate bis über 30 Jahre), wobei die tatsächliche Zinsbindungsfrist, die meist kürzer als die Kreditlaufzeit ist, wesentlichen Einfluss haben kann;
  • nach der Bonität (Kreditwürdigkeit) des Kreditwerbers und seinen Sicherstellungen,
  • nach dem momentanen Eckzinssatz oder seiner Prognose in die Zukunft. Dies wirkt sich bei der Refinanzierung der Kreditgeber über den Geld- oder Kapitalmarktsatz aus.

In geringerem Maß wird der Zinssatz beeinflusst von

  • der allgemeinen Wirtschaftslage des betreffenden Staates
  • von den geplanten Vorhaben, für die der Kredit verwendet werden soll.

Investitionskredite

Der Investitionskredit dient zur Finanzierung des Anlagevermögens (wie Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge etc.) und dem Umbau von Gebäuden. Die Laufzeit eines Investitionskredites richtet sich nach der Nutzungsdauer des Investitionsgutes. Alles was Sie langfristig nutzen, sollten Sie auch langfristig finanzieren! Die Kreditsumme wird bei der Anschaffung der Investitionsgüter auf einmal ausbezahlt und später zu vereinbarten Raten abgezahlt. Die anfallenden Kreditkosten können daher relativ genau in der Budgetplanung berücksichtigt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, in Fremdwährungen, wie z.B. Yen oder Schweizer Franken, zu finanzieren. Das Zinsniveau kann hier günstiger sein als bei der Euro-Finanzierung. Das Risiko besteht allerdings in der Veränderung des Wechselkurses zwischen Euro und Fremdwährung.

Betriebsmittelkredit

Der Betriebsmittelkredit ist ein kurzfristiger Kredit zur finanziellen Überbrückung der Zeitspanne zwischen dem Anfall von Ausgaben für die Beschaffung und den entsprechenden Verkaufserlösen. Er dient zur Finanzierung von Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie der Vorfinanzierung sonstiger laufender Ausgaben. Bis zur mit der Bank vereinbarten Höhe kann man über diesen Kredit frei verfügen.

Kündigung vom Kredit

Die Kündigung ist die einseitige Erklärung des Darlehensnehmers oder Darlehensgebers zur Beendigung des Darlehensvertrages.

Hypothekendarlehen der Hypothekenbanken sind seitens der Bank bei vertragsgemäßer Abwicklung unkündbar. Der Kunde kann dagegen das Darlehen zu bestimmten vertraglich vereinbarten Terminen schriftlich kündigen, in der Regel bei Ablauf der Zinsfestschreibung. Bei vorzeitiger Kündigung seitens des Kreditnehmers ist die Bank berechtigt, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu erheben, dessen Berechnungsmethode vom BGH festgeschrieben ist.

Bei Zinsfestschreibungen von mehr als 10 Jahren kann der Darlehensnehmer nach Ablauf von 10 Jahren unter Einhaltung einer bestimmten Kündigungsfrist nach 609a BGB kündigen, ohne dass dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird.

Vom Kreditantrag bis zur Kreditbewilligung

  • Kreditantrag
  • Kreditfähigkeit
  • Kreditsicherheiten
  • Kreditunterlagen
  • Kreditzusage
  • Auszahlungsvoraussetzungen

Anmerkungen

  • Der Kredit selbst ist kein Zahlungsmittel an sich.
  • Für manche rechtliche Fragen - z.B. bei Zahlungsschwierigkeiten, Konkurs und ähnlichem, gibt es Kreditschutz-Verbände.
  • Beim Kredit ohne Schufa wird bei der Auszahlung des Kredites häufig das Postidentverfahren angewand.
 

Siehe auch

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kredit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


 


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